Ziele erreichen – aber richtig
Hast du schon einmal Ziele erreicht? Und wie viele Ziele hast du bereits verfehlt? Bestimmt kennst du das: Du setzt dir ein Ziel wie etwa abzunehmen, kommst nach einer Weile vom Weg ab, bist frustriert und versucht es erneut. Doch am Ende verfehlst du das Ziel und statt zufrieden zu sein landest du frustriert im Hamsterrad der Selbstoptimierung.
Dieses Phänomen hat einen Grund. In diesem Artikel finden wir gemeinsam heraus, wie wir Ziele tatsächlich erreichen können und – noch besser – sogar ganz nebenbei erreichen.
1. Warum erreichen wir nur wenige Ziele, die wir uns vornehmen?
Überall müssen Ziele erreicht werden. Kaum etwas ist so normal geworden wie Zielvorgaben. Sei es in Unternehmen gewisse Umsatzziele, ein bestimmter Schnitt in der Uni, oder ein Wunschgewicht. Diese Ziele werden genau definiert. Vielleicht sagt dir die SMART-Formel etwas. Sie gibt vor, wie Ziele zu definieren sind und zwar spezifisch, messbar, anspruchsvoll, realistisch und terminiert.
Spezifisch – Wünsche und Ziele sollten so spezifisch wie möglich definiert werden, denn dann werden sie ins Leben gezogen. Aber was bringt es dir, wenn du ein Ziel genauestens definiert hast und jede Einzelheit festgehalten hast, der Weg dorthin für dich aber unklar ist oder gar nicht zu dir passt. Stell dir vor, dein Ziel ist es, ein bestimmtes Auto zu fahren. Hast du dieses Ziel erreicht und hast dieses Traumauto vor deiner Tür stehen, kann es sein, dass du plötzlich gekündigt wirst und nun endlich der perfekte Zeitpunkt für dich gekommen ist, auszuwandern oder umzuziehen. Aber was machst du dann mit dem Auto? Es passt eigentlich gar nicht zu dir und in deine Lebenssituation. Das Ziel ist zwar erreicht, aber der höhere Plan in deinem Leben ist ein ganz anderer (den wir aktuell vielleicht noch nicht verstehen), in welchem dieses Ziel zu dem Moment gar nicht reinpasst und das eigentliche Ziel wurde verfehlt – nämlich Freiheit, Wohlstand und Selbstbestimmung.
Messbar – Zu sagen “Ich möchte abnehmen” oder “Ich möchte mehr Geld” reicht nicht aus. Ziele sollten messbar sein, also genau definierte Kennzahlen enthalten. Zum Beispiel “ich möchte 5 Kilo abnehmen” oder “Ich möchte 5.000€ mehr verdienen.”. Aber wegen einem messbaren Ziel einen Zweitjob anfangen oder den Job zu kündigen und sich selbstständig zu machen? Dies kann oft nur des Zieles wegen scheitern, wenn das Ziel gar nicht zu dir passt und dir zum Beispiel das nötige Know-How oder Charakteristik für die Selbstständigkeit fehlt. Hinter solchen Zielen stehen Wünsche und Bedürfnisse, welchen es auf den Grund zu gehen gilt.
Attraktiv – Dahinter steht das Prinzip, dass Ziele so definiert sein sollen, dass wir sie auch erreichen wollen. Stell dir vor du willst eine Ausbildung zum Fitnesstrainer machen, erreichst diesen – egal ob der Weg dorthin schwer oder schön war – und stellst am Ende fest, dass es dir gar keinen Spaß macht in einem Fitness Studio zu arbeiten, Shakes zuzubereiten und Geräteeinweisungen zu machen. Im Grunde magst du es lieber, dir das Wissen anzueignen, eigene Ernährungs- und Trainingspläne zu testen und aus dir das Beste herauszuholen. Du hast also ein Ziel erreicht, aber das eigentliche Ziel dabei verfehlt. Hinter dem Ziel stehen also wieder tiefergehende Bedürfnisse und Wünsche.
Du merkst bestimmt schon, worauf das hinausläuft. Warum sollten wir einem Ziel hinterherjagen, um zu bekommen, was wir schon längst besitzen? Es geht also um Leidenschaft, um die innere Ausrichtung sowie Wünsche und Bedürfnisse, statt um Ergebnisse.
“Erfolg entsteht dort, wo wir die richtigen Dinge tun, statt die Dinge möglichst richtig abzuarbeiten.”
2. Welche sind die richtigen Ziele?
Es geht also um die Kraft der inneren Ausrichtung und darum, die guten Ziele zu erreichen und das Richtige zu tun. Aber woher wissen wir, welche die richtigen Dinge sind und was die guten von den schlechten Zielen unterscheidet?
Hier setzt das Kompass-Modell nach Stefan Frädrich an. Denn er hat genau die zuvor erwähnten Probleme erkannt und eine Lösung geschaffen: ein Ziele-Kompass mit drei Kompassnadeln.
Die erste Kompassnadel stellt das Ziel dar. Sie ist stets auf das Ziel gerichtet. Hier überlegst du dir, welches Ziel erreicht werden soll und welche Kennzahl es definiert. Zum Beispiel der Bachelor-Titel oder ein Wunschgewicht. Ähnlich wie bei der magnetischen Ausrichtung der Kompassnadel zum Nordpol, zeigt diese Nadel stets in Richtung Ziel. Auch wenn Umwege oder Hindernisse auf dem Weg dorthin dazwischen kommen. Da das Ziel allein aber oft nicht ausreicht, um die guten von den schlechten Zielen zu unterscheiden und wahren Erfolg zu spüren, kommt die zweite Kompass-Nadel hinzu.
Die zweite Kompassnadel steht für den Weg bzw. den Prozess. Also ob wir das tun, was wir tun müssen, um unser Ziel zu erreichen. Aber auch: ob der Prozess so tief in uns verankert ist, dass er uns unbewusst unterstützt? Dabei kannst du dein Unterbewusstsein beeinflussen und gezielt darauf ausrichten. Hier setzen deine täglichen Gewohnheiten an. Halte einen kurzen Moment inne und schreibe dir deine aktuellen täglichen Gewohnheiten auf. Welche davon bringen dich deinem Ziel näher? Welche kannst du noch in deine Tagesroutine aufnehmen und etablieren?
“Stell dir die beste Version deiner Selbst vor und handle bei jeder Entscheidung wie sie“ – mymiapage
Die dritte Kompassnadel entspricht dem Sinn. Also der tieferen Ebene und deiner inneren Ausrichtung. Überlege dir hier, warum du ein bestimmtes Ziel erreichen willst und vor allem wozu? Beispielsweise willst du überschüssiges Gewicht verlieren. Und wozu? Um dich fit und attraktiv zu fühlen. Oder du willst einen Partner finden – wozu? Aus Angst allein zu sein, aus Gewohnheit oder um eine Partnerschaft fürs Leben aufzubauen? Nimm dir für diese Nadel besonders viel Zeit und horche in dich hinein.
Alle drei Kompassnadeln sollten in die gleiche Richtung zeigen und miteinander harmonieren. Dann weißt du, dass das Ziel, das du dir vornimmst, auch zu dir und deiner Lebenssituation passt.
3. Auf die Reihenfolge kommt es an
Ein ähnliches Modell zur Zielerreichung gibt es von Simon Sinek und nennt sich Golden Circle.
Im Kern des Kreises steht das WHY, im anliegenden Kreis das HOW und im äußersten Kreis das WHAT. Hier gilt das ähnliche Prinzip. Zunächst überlegst du, WAS du erreichen willst (Ziel-Nadel), WIE du es erreichst (Weg-Nadel) und WARUM du es erreichen willst (Sinn-Nadel).
Oft ist es so, dass das WAS bekannt ist, zum Beispiel werben Unternehmen mit dem besten Produkt in ihrer Branche (WAS) und wissen, dass sie die Qualität oder den Preis von anderen Unternehmen unterscheiden (WIE). Der Nutzen oder Sinn hinter dem Produkt ist jedoch oft unklar und wird nicht herausgestellt. Dadurch fällt es ihnen schwer, Kunden zu überzeugen.
Bei alledem ist der Schlüssel zum Erfolg die Ausrichtung von Innen nach Außen. Die Basis bilden deine Werte zu den Zielen, die dir wichtig sind. In einer Studie konnte herausgefunden werden, dass dass Ziele uns am besten motivieren, wenn sie in engem Zusammenhang mit unserer stärksten Antriebskraft, unseren Werten, stehen.
Unsere Werte, sind der Ausgangspunkt für dauerhafte und positive Veränderung.
Auch im Kompass-Modell von Stefan Frädrich kommt es auf die Reihenfolge an. Denn falsch angewandt (von Außen nach Innen) entstehen dieselben Probleme wie zu Beginn des Beitrags erläutert.
Folgendes Beispiel veranschaulicht die Auswirkungen einer falschen Reihenfolge:
Wir nehmen uns vor 5 Kilo abzunehmen (Ziel / WAS) und verzichten dazu auf Kohlenhydrate, Alkohol und machen Workouts, obwohl wir Sport ätzend finden und Wein lieben (Weg / WIE). Wenn wir nicht schon vorher abgebrochen haben, erreichen wir das Ziel und widmen uns danach wieder der Pizza, dem Glas Wein und der Couch und haben die Kilos schnell wieder drauf. Das eigentliche Ziel (SINN / WARUM) wurde dabei verfehlt. Denn wir wollen nicht 5 Kilo abnehmen, sondern uns in unserem Körper wohl fühlen, schlank und fit sein.
4. Die richtigen Ziele erreichen und dabei die richtigen Dinge tun
“Erfolg entsteht dort, wo wir die richtigen Dinge tun, statt die Dinge möglichst richtig abzuarbeiten.” – Stefan Frädrich
Plane deine Ziele also von Innen nach Außen. Also Sinn > Weg > Ziel und nicht Ziel > Weg > Sinn.
Überlege dir zunächst, wer du bist, was du willst und wie die beste Version deiner Selbst aussieht. Was willst du wirklich und warum? Danach reflektierst du deine aktuellen Gewohnheiten und fragst dich, ob du die Dinge so tust, dass du vorankommst. Danach folgt das Ziel. Überlege dir, was du konkret erreichen willst.
So erreichst du Ziele entlang deines eigenen Weges, oft ganz nebenbei. Denn sie stehen nicht mehr im Mittelpunkt, sondern sind eine logische Folge deines täglichen Handelns. Denn das Logische daran ist: bewegst du dich in die Richtung der Ziele, erreichst du sie eines Tages sowieso und auch Ungeplantes steht dir nicht im Weg, denn du handelst nach deiner inneren Ausrichtung auf einer höheren Ebene.
“Genieße die Reise, denn du musst nirgendwo ankommen” – Stefan Frädrich
5. Checkliste: Die richtigen Ziele erreichen
- Sinn: Wer bist du und was willst du wirklich? Warum willst du das und wozu? Horche in dich hinein und nimm die Zeit für diese Fragen.
- Weg: Tust du die richtigen Dinge, die dich täglich voran bringen? Welche Gewohheiten hast du und welche neuen Gewohnheiten kannst du etablieren?
- Ziel: Was ist das konkrete Ziel, das daraus entsteht? Wie schaffst du das?
Du gehst deinen Bedürfnissen und Werten auf den Grund, leitest darauf Gewohnheiten ab und erreichst Ziele ganz nebenbei.
Übrigens: Wenn du merkst, dass eine der drei Kompassnadeln in eine komplett andere Richtung geht, merkst du woran du feilen kannst. So unterscheidest du dann auch die richtigen von den falschen Dingen und die guten von den schlechten Zielen.




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